Martin und Martin auf der Jagd nach dem verlorenen Wanderfahrerabzeichen

WanderfahrerabzeichenSamstag Nachmittag, ich sitze in der Bahn, mein Mobiltelefon klingelt. Martin ist dran, fragt ob ich morgen schon was vorhabe. Er möchte morgen eine Tour machen - möglichst weit - da er noch viele Kilometer für sein Wanderfahrerabzeichen braucht. Morgen bis 19 Uhr hat er Zeit. Nach einer kurzen Besprechung mit Judith bekomme ich "frei" für den 24. . Telefonisch einige ich mich mit Martin, Treffpunkt morgen, RAWA 11 Uhr.

Um 11:30 Uhr am Sonntag geht es los. Als Boot haben wir uns "Käpt`n Blaubär" ausgesucht. Er soll uns die Ruhr hinunter bis auf den Rhein und dann so weit wie möglich in Richtung Holland bringen. Auf dem Weg nach Kettwig überholt uns Christian mit seinem Abfahrtsboot. Später kommt er uns wieder entgegen. " Ihr habt Glück, in Kettwig ist die Terasse offen", ruft er uns entgegen, doch wir haben keine Zeit ihm zu erklären was wir vorhaben, als unsere Boote aneinander vorbeischießen.

12:40 Uhr: Wir sind, nachdem wir in Kettwig umtragen haben, wieder auf dem Wasser. Aufgrund des relativ hohen Wasserstandes beginnt die Ruhr hier richtig zu fließen. Unter der Ruhrtalbrücke bilden sich kleine Schwälle mit Wellenzungen aus, die Bojen der Weissen Flotte sind schon halb untergetaucht und kämpfen mit der Strömung.

15:20 Uhr: Das letzte Wehr der Ruhr ist erreicht. Hier lassen Modellbauer ihre Boote fahren, rasant flitzen sie über das Wasser. Wenn der Sprit alle ist, werden sie mit einem Schlauchboot eingesammelt. Nach der Umtragung des Wehrs und einer kurzen Pause geht es weiter. (Ich möchte Nachahmern empfehlen an diesem Wehr den ZWEITEN Einsatzpunkt zu wählen, sonst holt man sich am ersten nasse Füße, und nachdem man umständlich ins Kajak geklettert ist, fährt man an der perfekt ausgebauten zweiten Einsatzstelle vorbei...)

 

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Um 15:45 Uhr erreichen wir die Mündung der Ruhr in den Rhein. Wir sind beide zufrieden mit der Zeit, immerhin mussten wir ja auch 5 mal Wehre umtragen. Das Wasser des Rheins hat eine deutlich andere Färbung als das der Ruhr, zu meinem Erstaunen kann man eine deutliche Trennlinie zwischen Rhein und Ruhr erkennen.

Wir nehmen richtig Fahrt auf! Nach einer Viertelstunde sind wir schon drei Kilometer weitergekommen. Und weiterhin kommen wir ungefähr alle fünf Minuten an einem Kilometerschild vorbei. Jetzt ist es natürlich mit dem Anlanden schwerer, wenn wir eine Pause brauchen lassen wir uns einfach treiben.

Die Wellen und Schiffe auf dem Rhein machen unsere Fahrt ab jetzt abwecklungsreich. Einmal überholt uns ein Schiff mit einem Affenzahn, am Ufer ist eine Spundwand. Hohe Wellen rauschen von Hinten heran, packen "Käpt´n Blaubär" und lassen ihn surfen. Beeindruckend. Das sind wohl die höchsten Wellen, die er bisher durchkreuzt hat. Einmal läuft auch eine Welle quer mitten uns beiden über Bord. Auf meiner Spritzdecke bildet sich ein mittelgroßer Ententeich.

Die weitere Tour gestaltet sich ruhiger, kurz nach 18:00 Uhr landen wir an einer Bune an, um Julia anzurufen. Wir machen als Abholungsort den Weseler Kanu Club aus, für uns noch 10 Flusskilometer. Um 19:15 kommen wir dort an, und tragen "Käpt`n Blaubär" die steile Rampe zum Clubhaus hinauf. Das hat er auch verdient, schließlich hat er uns auch 68 Km sicher über Rhein und Ruhr gebracht.

Um 21:00 Uhr sind wir wieder am RAWA, fertig und glücklich dem Wanderfahrerabzeichen nähergekommen zu sein.

Martin